... singen ist Glückssache

GiO Blog & Berichte

Dahoim isch Dahoim: GiO in der Heilandskirche

Kategorien: Allgemein,Event Nachbericht

MorgenGospel am 1. Advent – Kuscheln gegen die morgendliche Kälte

Die Straßen und die Bahn auf dem Weg zur Stellprobe waren am Sonntagmorgen noch leer, die kleine Heilandkirche dagegen schon voller Menschen – eingepackt in Mäntel und Schals. Die sollen jetzt alle auf die Podeste passen? „Das hat die letzten Jahre auch immer geklappt“, sagt der Chorleiter Tom Dillenhöfer, wobei nicht klar ist, ob er sich selbst oder die vielen Sängerinnen und Sänger beruhigen will. Und tatsächlich: nach mehrmaligem Zusammenrücken stehen alle oben. Einen Mantel braucht jetzt niemand mehr, zum Klatschen und Bewegen bleibt kaum Platz, aber alle sehen Tom, den Dirigenten.

Los geht die Probe mit Comfort ye. Ist das Klavier zu leise? Hört man die Solisten auch gut genug? Und die Bläser, übertönen sie den Chor? Unser Mann der Technik, Tux, schraubt an Mikrofonen, stellt das eine leiser, das andere lauter. Was sich für die Alt-Sängerinnen zu schwach oder für die Soprane zu mächtig anhört, ist für das Publikum doch bald genau richtig.

Die Kirche wird rappelvoll. Viele schauen erwartungsvoll. Nach jedem Song wird der Applaus stärker. Tom nickt zufrieden, klatscht irgendwann selbst. Das motiviert den Chor noch mehr. Lift your voice singen Bässe und Tenöre. Come on and shout it out, antworten Soprane und Alt. Alle gemeinsam: Go on up, Go on up, Herold of good news. Die Band, die Solisten, der Chor und das Publikum sind in Begeisterung vereint. Conny Schock schließt am Keybord zwischendurch die Augen. Ein stiller Genuss für seine Musik? Vielleicht wundert er – der Komponist – sich selbst, wie berührend seine Songs from Messiah klingen, besonders seine Version vom Hallelujah. Spätestens hier sitzt in der Heilandskirche niemand mehr.

Viele Melodien bleiben im Ohr, klingen weiter: Surely, surely, … Like a shepherd, he leads, … tagelang.


Text: Maria Jeggle

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Meine Stimme für Gott

Wie in allen evangelischen Gemeinden ist in der Heilandskirche Stuttgart diesen Sonntag, am 1. Adventssonntag, auch Wahltag für neue Kirchengemeinderäte plus Synodalwahl für die Landeskirche. Meine Motivation den Gottesdienst dort zu besuchen, war meine Stimmabgabe für das Songs from Messiah-Projekt mit Gospel im Osten.

GLAUBE ich an das, wovon ich singe?
LIEBE ich stimmungsvolle Harmonien?
HOFFE ich auf gute, klimaneutrale 2020er Jahre?

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und Er, das letzte Wort hier auf Erden sprechen wird. Ich weiß, dass Er lebt! Wenn auch mein Körper vergeht, so wird doch meine Seele Gott sehen.
(aus dem Song: I know that my redeemer lives, Songs from Messiah)


Text: Elvira Neundorf

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Der AbendGospel am 1. Advent – Kommt her zu mir!

Für mich ist es das Abschlusskonzert. Selbst wenn es eine Woche danach noch eine grandiose Aufführung unseres Messias in der Stadthalle in Reutlingen geben wird, ist für mich Sonntagabend in Heilands der eigentliche Abschluss. Nach der letzten normalen Probe dienstags, der Hauptprobe donnerstags, den Aufführungen freitags, samstags und sonntagmorgens ist es die Aufführung, bei der man wirklich alles geben kann. Man muss sich nicht mehr schonen und darauf achten, ob die Stimme hält. Natürlich steht die Qualität im Vordergrund, und die Männer sollen auch nicht blöken, aber man muss sich schon anstrengen, damit die gute Laune nicht über Hand nimmt; man nicht zu viel Gas gibt.

Den Heilandsruf: Kommt her zu mir alle! haben wir gesungen und meinen das in Heilands auch so. In Heilands gibt es keine Einlassbändel, keine Eintrittskarten, keine Warteschlangen in Eiseskälte, kein Bangen und Fragen: „komm ich noch rein, oder kommen meine Gäste noch rein“? Alle können kommen, selbst wenn man die Luft schneiden kann, und man wahrscheinlich keinen Sitzplatz mehr bekommen wird. Keiner muss draußen bleiben. Es ist eng und dicht. Man fühlt sich wie im Wohnzimmer – bloß, dass man im eigenen Wohnzimmer mehr Platz hat.

Erster Advent. Ankunft. Wiederkunft. Wir singen den Messias. Das ist Gospel. Wenn das nicht Gospel ist. Wenn das nicht die gute Nachricht ist. Wenn aus Freude Vorfreude wird. Vorfreude auf Weihnachten. Vorfreude auf den Messias.


Text: Andreas Flüss

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Fotos: Ludmilla Parsyak