... singen ist Glückssache

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Neuer Frühling … neue (und bekannte) Gesichter im GiO-Leitungsteam

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Sabine, Tisca und Steffi im Interview

Gospel im Osten wird von einem vierköpfigen Team geleitet. 2017 ist Tisca Castro, langjähriges Teammitglied, nach Berlin gezogen und hinterließ zunächst eine Lücke. Nun darf sich der Chor über ein wieder vollständiges Leitungsteam freuen: Sabine Schwenzer ist mit dem neuen Jahr dazugekommen. In einem Interview stellt sie sich vor. Außerdem kommt auch Tisca zu Wort – und Steffi, die seit Frühjahr 2016 im Leitungsteam dabei ist.

 


»GiO ist für mich Kirche, wie ich sie heute für zeitgemäß halte.«

Unser neues GiO-Leitungsteammitglied Sabine Schwenzer im Gespräch.

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Hallo Sabine. Ein neues Gesicht im Leitungsteam. Hast du dir etwas Bestimmtes für deine neue Rolle vorgenommen?

Als gelernte Bankerin sehe ich mich vorrangig in der Organisation und bei finanziellen Themen. Ich hoffe, die anderen drei Teammitglieder hier entlasten zu können. Hinter dem Phänomen GiO steckt ja doch mehr Arbeit, als man auf den ersten Blick denken würde.

Wann und wie bist du zu GiO gekommen?

Vor vier Jahren. Ich suchte einen Chor ohne Vorsingen und Anwesenheitsliste. GiO braucht keine Anwesenheitskontrolle – die Leute kommen gerne, weil der Chor ihr Leben bereichert und gute Laune macht.

Was gefällt dir im Chor ganz besonders?

Die Musik, die direkt ins Herz geht, und dieser bunte Haufen an Menschen. GiO ist für mich Kirche, wie ich sie heute für zeitgemäß halte und wie sie gut zu meinem sonstigen Alltag passt.

Wie wichtig findest du es, dass GiO durch öffentliche Aktionen wie Open-Air-Konzerte oder das CD-Release-Konzert im Stahlwerk auf sich aufmerksam macht?

Kirche sollte zu den Menschen kommen, wenn die Menschen (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr in die Kirche kommen. Im Stahlwerk habe ich mit Menschen gesprochen, die vorher noch nie bei einem Gospelkonzert waren und von der Musik sehr berührt waren. Kirche kann – und sollte auch – anders!

Was ist GiO im Kleinen für dich ganz persönlich?

Jeden Dienstagabend ist es tatsächlich Feierabend, im besten Wortsinne. Ankommen und Innehalten. Herzlichkeit spüren und sein Herz ausschütten. Halt finden und zu Wort kommen.

Gibt es für dich schon ein Lieblingslied im aktuellen Projekt?

Ganz klar „Water of Life“ von unserem Pianisten Alex, weil es wunderschön und aussagekräftig ist. Ich empfinde es als großes Geschenk, einen Pianisten mit eigenen Songs bei GiO zu haben.

Hast du eine besondere Technik, wie du die Texte der neuen Lieder lernst?

Bin eher der visuelle Lerntyp – insofern tatsächlich: Heft in die Hand und auswendig lernen. Die Texte sind zum Glück nicht so komplex in der Gospelmusik.

Hast du einen Tipp für Neueinsteiger?

Grundsätzlich Zeit lassen und etwas Geduld mitbringen. Und dann einfach bei den vielen Aktivitäten rund ums Singen mitmachen – beim Wandern kommt man halt besser ins Gespräch als beim Singen. Auch der gemeinsame Podestaufbau oder Getränkeverkauf bei den Konzerten kann sehr verbinden.

Wo siehst du GiO in fünf Jahren?

Ich fände tatsächlich noch mehr Konzerte an ungewöhnlichen Orten in der Stadt reizvoll. Aufgrund der höheren Kosten ist das eine Herausforderung, zumal wir keinen Eintritt verlangen möchten und uns im Wesentlichen selbst finanzieren müssen. Auch den Gedanken, in Länder zu gehen, wo Gospel noch nicht so verbreitet ist (wie zuletzt unsere Chorreise nach Rumänien), finde ich schön und noch ausbaufähig.

Vielen Dank für Deine Antworten und gutes Gelingen!

 


»Wie schön, dass ich die Möglichkeit hatte, GiO etwas zurückzugeben«

Tisca Castro war 8 Jahre Mitglied bei GIO, in den letzten zwei Jahren als Teil des Leitungsteams. Sommer 2017 ging sie der Liebe wegen nach Berlin. Wir schauen mit ihr zusammen nochmal zurück auf die Zeit in Stuttgart und blicken ein bißchen in die Zukunft.

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Tisca, was war deine allererste eigene Platte?

1990 kam ich an meine erste CD, die war von Mariah Carey. Davor hatte ich nur Kompaktkassetten. :)

Du wirst heute als Gesangstrainerin und Solistin gebucht. Wer oder was hat dich gestärkt, deinen Weg in der Musik zu finden?

Es fing damit an, Gospel zu singen. Also GiO an erster Stelle, keine Frage! Früher hatte ich nur ab und zu gesungen, aber nie vor Leuten. Als Kind wollte meine Mutter immer, dass ich bei den Familienfeiern singe, aber ich war dafür zu unsicher. Vielleicht hat sie also auch in mir etwas „gepflanzt“. Gestärkt wurde ich auch durch meine Gesangslehrer und Chorleiter.

Gibt es einen Augenblick bei GiO, an den du dich besonders gerne erinnerst, eine Probe, ein Konzert?

Ja, an viele! Aber besonders erinnere ich mich daran, wie ich mich beim ersten Auftritt gefühlt habe. Es war der Workshop mit Dani und André Schulz in der Heilandskirche. Beim anschließenden Konzert musste ich ein Solo singen. Es war so ein tolles Gefühl … keine Angst vor Leuten zu haben, keine Unsicherheit mehr, einfach zu genießen und mich in meinem Element zu fühlen.

Was hat dich gereizt, auch im Leitungsteam von GiO einen Part zu übernehmen?

Als Tom mich gefragt hatte, war ich überrascht und gleichzeitig berührt. Ich hatte das wirklich nicht erwartet. GiO liegt mir aber so tief am Herzen. Der Chor hat mir so viel gegeben! Da dachte ich, wie schön, dass ich die Möglichkeit habe, GiO etwas zurückzugeben.

Was wünscht Du dir für die Entwicklung von GiO in den nächsten Jahren?

Ich wünsche mir, dass GiO der offene Chor bleibt, der alle willkommen heißt und dem Raum anbietet, sich musikalisch und menschlich zu entfalten. Ich wünsche mir, dass Jesus immer der Grund bleibt, Gospel zu singen, und dass dadurch immer wieder neue Wege zu ihm gefunden werden.

Weches Lied würdest du gerne einmal von GiO hören?

Es wäre coo,l irgendwann mal einen Rocksong von GiO zu hören. Oder wieder mal was auf Spanisch. 😉

Was wirst du in Berlin am meisten vermissen?

Meine Freunde, GiO und die Heilandskirche.

Verrätst du uns etwas von deinen Zukunftsplänen? Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Ich habe mir nicht wirklich so viele Gedanken darüber gemacht. Natürlich ist meine persönliche Situation jetzt anders und ich freue mich auf das, was kommt, auf dem Weg zu zweit. Ich möchte gerne weiter machen, was ich in den letzten fünf Jahren gemacht habe, viel Musik und Singen. Ich möchte eine Gemeinde finden, in der auch Gospel gesungen wird. Ich will mich von neuen und kreativen musikalischen Stilrichtungen beeinflussen lassen und auch meine eigene Musik zu machen. Ich denke, Berlin ist der richtige Ort dafür.

Vielen Dank, liebe Tisca und das Beste für dich in Berlin. Wir werden deine Fröhlichkeit, dein Temperament und das Einsingen mit dir sicher sehr vermissen.

 


»Ein Gespür dafür, was im Großen dran ist. Und den Blick für den Einzelnen nicht verlieren.«

Steffi Müller ist seit Frühjahr 2016 Teil des Leitungsteam. Zeit, dass wir etwas mehr von ihr erfahren :)

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Steffi, seit wann singst du bei GiO?

Seit dem Adventsprojekt 2011.

Wie bist du damals auf den Chor gekommen?

Eine Kollegin hatte mich zum Konzert im Sommer 2011 eingeladen, das hat mir so gut gefallen – vor allem auch das gemeinsame Singen beim Konzert. Also habe ich zum Projektstart im Herbst vorbeigeschaut. Und bin geblieben. 😉

Weißt du noch, wieviele Sänger/innen damals dabei waren? Und erinnert du dich noch an einen Song aus diesem Projekt?

Wir waren vielleicht 250. Und „Great is your mercy“ – das ist ein Song, den ich noch immer sehr mag.

Seit wann bist du im GiOLeitungsteam und was ist deine Aufgabe?

Seit Frühjahr 2016 bin ich dabei und mache vieles Organisatorische, das im Laufe des Projekts anfällt, koordiniere den Resting Place, die Info-Treffen für neue Sänger …

Du machst ziemlich viel für den Chor: Leitungsteam, Beiträge im Gospelhaus, die Organisation vom Gospel Hike. Was bedeutet dir dieses Engagement für GiO?

Ich kam in einer Zeit zu GiO, in der sich manches in meinem Leben verändert hatte und in der Platz war für neue Ideen, Menschen und Aufgaben. Und dann hat ganz vieles einfach gepasst. Begeisterung für das, was in GiO passiert; Raum zu gestalten, damit ganz unterschiedliche Menschen sein und singen, Gospel und Gott begegnen können; meinen Glauben mit anderen zu vertiefen … Manches hat sich dann noch dazuentwickelt, einfach weil es mir Spaß macht, der GospelHike und das Texteschreiben etwa. Und es ist schön, zu merken, dass es auch für andere Bedeutung hat.

Hast du noch Zeit mal ruhig auf dem Sofa zu sitzen und ein Buch zu lesen?

Ja, Buch und Sofa klappt auch ab und zu noch. Gerade lese ich „Reformation des Herzens“ und „Schlafen werden wir später“.

Das Motto von GiO ist „Singen ist Glücksache“. Was ist für dich sonst noch Glücksache?

Draußen – und vor allem in den Bergen – unterwegs zu sein, ehrliche Begegnungen, leckerer Kaffee, gute Fragen, Klettern …

Gibt es etwas, das du schon immer einmal tun wolltest, aber noch nicht konntest?

Ich würde gern (nochmal) in einer Lebens-/Hausgemeinschaft leben. Und den Fernwanderweg GR20 auf Korsika wandern.

Wie stellst du dir GiO in fünf Jahren vor?

Puh, das ist echt schwer … Ich hoffe, das Singen bleibt Glückssache für viele. Und ich denke, wir sind dann noch ein bisschen größer, weil wir ja weiter einladen. An manchen Punkten heißt das wahrscheinlich auch, dass wir mehr in „kleineren“ Gruppen machen werden (Konzerte, Angebote neben dem Singen, evtl. auch die Chorproben). Ich wünsche mir, dass wir ein Gespür dafür haben, was im Großen dran ist, und dass wir trotz der Größe den Blick für den Einzelnen nicht verlieren. Dafür, was die Menschen brauchen, die kommen.

Gibt es etwas, das du Neueinsteigern bei GiO gerne sagen möchtest?

Zunächst mal: Schön, dass ihr da seid! Ich wünsche euch, dass Ihr Euren Platz findet – und euch Zeit lasst zum Ankommen. Und dass ihr trotz vieler Menschen merkt, dass es etwas bedeutet, dass ihr da seid! Lasst euch nicht abschrecken von allem Neuen und der Menge!

 


Text und Idee: Ute Isenberg-Rückold
Interviews: Ute Isenberg-Rückold und Christiane Brehl