... singen ist Glückssache

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Das Open-Air Konzert Villa Berg – ein Sommernachtstraum

Kategorien: Allgemein,Event Nachbericht

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Worte können eigentlich nicht wiedergeben, was wir – Sängerinnen und Sänger des Gospelchors Gospel im Osten – am Wochenende des 19. und 20. Juli 2014 alles erleben durften!

PrimeTime vor der Villa Berg

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Unser erstes Konzert – nach wochenlangen Proben – sollte gleich ein ganz besonderes Highlight werden: am Samstag, 19. Juli zur Primetime, unser erstes Sommer-Open-Air vor der Villa Berg im Stuttgarter Osten. Die Vorfreude unter uns GiOs war riesig – doch tagelang auch immer von der Sorge begleitet: Würde das Wetter halten?  – Und wie es hielt! Ausgerechnet an diesem Konzertsamstag sollte das Thermometer sogar über 36°C steigen – Hitzerekord des bisherigen Sommers!

Das Ambiente beim Open-Air am Abend im Park der Villa Berg wurde dann auch entsprechend ein Sommernachtstraum. Die Wiese vor der Villa füllte sich nach und nach mit etwa 1500 Menschen, die auf den bereitgestellten Stühlen oder auf ihren mitgebrachten Picknick-Decken einen Platz fanden. Kinder sprangen fröhlich umher, an Imbiss-Buden wurden Würstchen, Eis, Crêpes und Getränke verkauft. Es entstand eine gelöste und erwartungsvolle Atmosphäre, die zunehmend an entspannte Woodstock-Blumenkinder-Zeiten erinnerte.

Ein Zuschauer berichtete mir: „Man wusste zwar, dass sich das leere, 10-stöckige Podest, das neben der Villa Berg aufgebaut worden war, sich bald mit fast 350 Sängerinnen und Sängern des ‚größten Gospelchors Deutschlands‘ (SWR) füllen würde. Als aber dann die ersten, ganz in schwarz gekleideten Frauen und Männer kamen und in einer fast endlos langen Menschenkette Stockwerk um Stockwerk des Podests von oben nach unten füllten, war das schon eine sehr beeindruckende ‚Zeremonie‘, die einige Gänsehautmomente bescherte.“

Mit dem Song Shout for Joy begann das Gospelkonzert mit viel Schwung und Freude. Chorleiter Thomas Dillenhöfer begrüßte anschließend das Publikum mit treffenden Worten: „Was für eine unglaubliche Woche liegt hinter uns… Deutschland gewinnt die Fußball WM in Brasilien und GiO bringt Samba- und Sommerrhythmen in den Park der Villa Berg.“ Und das als erster Konzertbeitrag an diesem reizvollen Ort nach über 10 Jahren.

„La buena vida – Das gute Leben“, so lautete der Titel unseres diesjährigen Sommerprojekts. Und mit diesem gleichnamigen Song wurde die gute Stimmung im Park weiter in Wallung gebracht. Unser Solist Micha rief alle Kinder nach vorne zum Tanz auf. Innerhalb kürzester Zeit bewegten und klatschten nicht nur die jüngsten Zuschauer, sondern die ganze Wiese schwang in den südamerikanischen Rhythmen mit. Diese fröhliche Stimmung wurde durch die folgenden Lieder Look at me now und Going up yonder u.a. weitergeführt. Wen es bis zur Mitte des Konzerts noch nicht in Bewegung gesetzt hatte, den riss es spätestens bei Power-Songs wie God gave me a song oder The Lord ist my light vom (Camping-)Hocker!

Eine der Besonderheiten bei GiO-Konzerten ist es, dass auch die Zuschauer zum Mitsingen motiviert werden sollen. Beim Song Can’t nobody und einigen anderen Songs bewiesen die Gäste dann lautstark, dass tatsächlich jeder (mit-)singen kann.

Doch GiO-Konzerte sind keine reinen Musikevents: Texte und Gedanken zum „Guten Leben“ wurden vorgetragen, um den Zuhörern Impulse zum Nachdenken mit auf den Weg zu geben. Außerdem wurden einzelne Songtexte in Form von Live-Lyrics ins Deutsche übertragen und von Solisten musikalisch untermalt.

Die Hitze des Tages wich zunehmend einer schönen, lauen Sommernacht. Langsam breitete sich Dämmerung über das wunderschöne Ambiente. Die Strahler auf den Lichtmasten gingen an und beleuchteten Chor, Musiker und Solisten. Speziell installierte Scheinwerfer tauchten die Rückseite der Villa Berg in unterschiedliche Farben. Dieses Miteinander von Klang- und Farbenspiel rundeten den gesamten sommerlichen Gospelabend im Park ab.

Als der Chor am Ende des Konzerts – nach viel Applaus und Zugaben – mit dem ruhigen Segenslied Peace be unto you die Podestplätze wieder verließ, dachten wohl nicht nur wir Sänger, dass dieses besondere Ambiente zu schön für nur einen einmaligen Auftritt sei. Wie wäre es mit einer jährlichen Wiederholung des GiO-Sommernachtstraums?

 


Morgen- & Abendgospel in der Heilandskirche

Am darauffolgenden Tag standen dann die bewährten zwei GiO-Projektabschlusskonzerte im „Heimathafen“ Heilandskirche an: um 10.30 Uhr der MorgenGospel und um 19 Uhr der AbendGospel.  Nach altbewährter Tradition bereicherte der Kindergospelchor GiOlinos den morgendlichen Auftritt der „großen“ GiOs im Rahmen des Sonntagmorgen-Gottesdienstes.

Diesmal durften die kleinen Sängerinnen und Sänger auch ihre Vorstellungen zu einem „Guten Leben“ zum Besten geben. Und es verwundert nicht, dass es dazu Antworten gab wie zum Beispiel „Fußball spielen“, „zusammen mit der Familie Zeit verbringen“ oder einfach „keine Angst haben müssen“.

Das Schöne bei den GiO-Auftritten ist, dass alle Konzerte unterschiedliche Stimmungen transportieren und dadurch eine bunte Vielfalt darbieten. Die Stimmung beim MorgenGospel z.B. ist eher ruhig und feierlich.

Im AbendGospel ging dann buchstäblich „die Post ab“! Schon nach kurzer Zeit hielt es niemanden mehr auf den Plätzen. Der Chor präsentierte in einer solch gutgelaunten Stimmung die rappigen, peppigen und poppigen Songs unterstützt durch die hervorragenden Solisten und Instrumentalisten, dass die ganze Kirche bebte. Zahlreiche GiO-Mitglieder saßen im Publikum, um das lang Geprobte einmal selbst zu hören. Da GiOs aber bekanntlich nicht lange stillsitzen können, hallte es bald von allen Seiten – quasi im Dolby Surround – durch die gut gefüllte Heilandskirche.

Auch im Abendgospel gab es Wortbeiträge zu La buena vida: „Wir dürfen so viel Schönes erleben, aber gleichzeitig ist das Leben voller Gegensätze und Ungerechtigkeiten.“ Der Hinweis auf das kürzlich geschehene Flugzeugunglück in der Ukraine erinnerte an die brutale Realität der Gegenwart. In der Bibel steht: „Für alles gibt es eine Zeit, für Umarmung, Klage, Tanz… Zeit für Streit und Zeit für Frieden…“ (Prediger 3,1-8). „Spannungsfelder sind Bestandteil unseres Lebens. Lieder wie ‚Hope of the Nations‘ oder ‚La buena vida’ können uns eine Hilfe sein, neue Kraft und Hoffnung zu schöpfen. ‘I like living the good life, living the high life where all things are possible in Christ!’ In Jesus und durch ihn können wir den manchmal unerträglichen Spannungsbogen des Seins schließen. Er hilft uns, diesen auszuhalten.“

Bis in den späten Abend war die Heilandskirche erfüllt von Gesang, Tanz und strahlenden Gesichtern. Man konnte die Lebensfreude spüren – ganz im Hier und Jetzt!

Beim Refrain von Can’t nobody, der immer und immer wieder gesungen wurde und der so herrlich einlädt zum Mitsingen, entdeckte ich plötzlich einen älteren Herrn, der ruhig zwischen all den singenden und tanzenden Menschen saß. Ich beobachtete ihn, wie er – selbst vermutlich zu gebrechlich, um mitzugrooven – in die Runde schaute. Er blickte teils verwundert und verblüfft, teils amüsiert um sich herum, als habe er sich in ein falsches Gebäude verirrt. Aber sein zufriedenes Lächeln, dass seine Lippen umspielte, verriet mir geradezu seinen Gedanken, den ich in diesem Augenblick mit ihm teilte: „So – und nicht anders – muss GottesDIENST sein!“

 


Resting Place

Am Dienstag der darauffolgenden Woche lud das GiO-Leitungsteam den Chor wieder zum  bewährten Resting Place. Ein Gottesdienst zum zur Ruhe kommen nach all dem Trubel des Wochenendes. Gemeinsam sangen wir alle Lieder des Sommerprojekts, hielten Abendmahl und lauschten den Worten von Siegfried Zimmer zum Bibelvers Ihr seid das Salz der Erde.

Der Resting Place stellt einen idealen Abschluss der Konzert-Trilogie dar, lädt zum Reflektieren des Erlebten ein und kitzelt eine Vorfreude auf das neue Projekt hervor.

 


PrimeTime



Morgengospel


Abendgospel


Text: Christina Zimmer
Fotos: Tim Wittig, Dimitry Doroshenko, Ludmilla Parsyak und Wolfram Göz