Finale mal zwei: Das große „Worthy“-Konzert im Beethoven-Saal der Liederhalle wird nicht nur ein Projektabschluss der Spitzenklasse, sondern zugleich ein unglaublich stimmungsvoller Ausklang der Adventszeit. Am Tag vor Heiligabend kapern hunderte GiO-Sängerinnen und -Sänger die Bühne des großen Saals, während quasi nebenan im Hegel-Saal die Harlem-Gospel-Singers Jesu Geburt ebenfalls mit Gospelsongs feiern.

Nach den ersten Soundproben für Band und Solisten sowie einem kurzen Einsingen geht es gegen 17:40 Uhr für den großen Chor an den Start. „In Schwarz und auswendig“, etwas anderes kommt uns im Winter nicht in die Tüte. Weisungsgemäß kommen alle schon im Konzert-Outfit zur Stellprobe, damit Ludmilla bereits erste Fotos machen kann. Gäbe es sie, Gabriel und das Filmteam nicht, könnten wir den Chor nur halb so glänzend in Szene setzen!

Die Stellprobe wird diesmal zu einem echten Puzzlespiel, mit einer eigenen kleinen Choreographie. Tom dirigiert die Sängerinnen und Sänger an ihre Plätze – reihenweise von hinten nach vorn. „Jetzt 11 Altos!“ Wir lernen: Die Letzten werden die ersten sein. Und: Gut Ding will Weile haben. Um 18:33 Uhr kommt vom Chorleiter schließlich der erlösende Satz: „Es ist ein Wahnsinnsbild!“ Schön gestaffelt stehen die Stimmen bis knapp unter die Hallendecke. Diesmal muss der Soundcheck dafür deutlich kürzer ausfallen. Zum Glück schwingen sich die erfahrenen GiOs schnell ein. Das Repertoire sitzt nach den Adventskonzerten!
Während im Saal die Spannung vor dem Auftritt steigt, haben sich vor dem Saal die ersten Schlangen gebildet: Wer Glück hatte und Karten bekommen hat, hofft auf einen guten Sitzplatz, die weniger Glücklichen hoffen auf eine Karte an der Abendkasse. Selten waren die Vorverkaufs-Karten so schnell vergriffen wie in diesem Winter. Es wird deutlich: GiO hat seine Popularität durch sein unvergessliches Jubiläumsprojekt „United by Gospel“ noch weiter steigern können.

Recht pünktlich öffnen sich die Türen. Der Saal füllt sich in Windeseile, während die Singenden jetzt hinter der Bühne ihrem Auftritt entgegenfiebern. Kurzes Chaos im orangefarbenen Block: Vor dem Einzug in den Saal geht die Reihenfolge geschwind verloren, alle irren etwas hektisch durcheinander. Beim Einzug merkt man es zum Glück kaum.
Und dann? Dann geht gefühlt wieder alles viel zu schnell. Kaum erklingt der ersten Ton von „Anthem we raise“ , rauscht der Abend auch schon in einer Mischung aus Klang, Lob, Tanz und Rhythmus vorbei. Adrenalin pur! „Mary, did you know?“, „Is he Worthy?“, „The Blessing“. Immer wieder streicht Gänsehaut über Arme und Nacken, und erinnert uns sehr fühlbar daran, wen und warum wir an diesen Wintertagen feiern. Dann wieder bebt die Bühne bei Titeln wie „Bless his name“, „Rejoice“ und vor allem „Hallelujah“. Spätestens ab dem Song, der langsam zu GiOs größtem Hit wird, hält es viele nicht mehr auf den Sitzen und der Saal brummt. Daneben gehen bekannte Weihnachtslieder so ins Ohr, dass sie so mancher auf dem Heimweg und in den nächsten Tagen noch vor sich hinsummen wird.

Für einen wehmütigen Abschied von „Worthy“ gibt es zum Glück keinen Grund, denn 2026 geht es gleich mit dem nächsten Highlight weiter: Ab 10. Februar wird GiO mit seinem neuen Projekt „Lets have church“ ein maßgeblicher Teil des Gospelkirchentags. Wir freuen uns auf spannende Erlebnisse, einige Besonderheiten und hoffentlich wieder neue Sängerinnen und Sänger im Chor. Bis dahin fröhliche Weihnachten, einen guten Rutsch und einen perfekten Start in 2026!
Text: Wenke Böhm
Fotos: Ludmilla Parsyak
