... singen ist Glückssache

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Weihnachtspäckchen für Flüchtlinge

Kategorien: Allgemein,Querdenker

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Eine Weihnachtsaktion der GiO-Querdenker

 

Die Idee

Menschen eine Freude machen und das nicht irgendwo, sondern hier vor der Tür. Menschen eine Freude zu machen im Weihnachtsgeist. Gerade den Menschen, die im letzten Jahr nicht viel Freude erleben durften. Menschen, die vielleicht auch nicht aus dem christlichen Kulturkreis kommen und mit Heiligabend, bunten Lichtern und mit Päckchen beladenen bärtigen Männern im Rentierschlitten mal so gar nichts anzufangen wissen. Unser Entschluss stand fest: wir wollen ein Flüchtlingsheim beschenken. Und zwar nicht irgendwo, sondern genau hier im Stuttgarter Osten, vor unserer GiO-Tür.

Der Päckchen langer Weg

Den Kontakt zur Flüchtlingsunterkunft hergestellt, machten wir uns dann an die Gestaltung der Wunschzettel. Das Ganze sollte nicht anonym, pauschal und zufällig, sondern persönlich, individuell und maßgeschneidert sein. So erhielten wir 115 ausgefüllte Wunschzettel zurück. Darauf Namen, die fremd klingen. Buchstaben, denen man ansieht, dass sie aus noch unsicherer Kinderhand stammen oder auch unsicherer Erwachsenenfeder entsprungen sind. Neu war ja für die meisten nicht nur der Klang der deutschen Sprache, sondern auch die Schrift. Elternträume & Kinderwünsche im A6 Format: Kleidung, Kinderwagen, Schuhe, Töpfe, Bücher, ferngesteuerte Helikopter, Lego-Häuser, Batman-Spielzeug, Puppenwagen. Schicksale versteckt hinter 2 Zeilen Text: „Eine Jacke und wenn möglich noch eine Puppe – für Tochter 4 Jahre, noch im Irak“.

Wir waren total erstaunt und begeistert, wie die GiOs uns die Wunschzettel aus den Händen gerissen haben. So schnell konnten wir nicht gucken, wie die Zettel verschwanden – chaotisch, laut und enthusiastisch war die Austeilaktion. Alle Wünsche weitergegeben fingen wir dann an zu bangen und bibbern, ob denn auch alles verwirklicht werden kann und ob denn auch tatsächlich alles bei uns ankommt.

Friedens – Heilands – Zielort

115 runde, eckige, quadratische, längliche, gitarrenförmige, flache, klitzekleine, riesengroße, super schwere, federleichte, rosarote, bunt gepunktete, gestreifte, grüne, blaue, silberne, gelbe, rote, violette, goldene, gebundene, geklebte, mit Schleifchen versehene, minimalistische, imposante, das Herz erwärmende Päckchen.

Gestrahlt wie Honigkuchenpferde haben wir beim Einsammeln, Durchgucken und Sortieren der Päckchen. 115 Mal Liebe und Freude in bunt – ausgesucht, liebevoll verpackt, zum Weitergeben bereit. So ging es dann los zum Austeilen – der Transporter voll bis oben hin, wir ausgestattet mit Weihnachtsmann-Mützen und sehr gespannt vor dem tatsächlichen Live-Treffen.

Die Kinder haben uns schon erwartet und wir hatten zunächst Mühe die Sachen überhaupt aus dem Auto zu laden. „Wann kommt meins?“ – „Was bekomme ich?“ – „Wann kommt ihr zu uns – wir wohnen da!“ klang es aus vielen Mündern gleichzeitig und wir haben einen Moment gebraucht um uns und den Masterplan wiederzufinden. Danach ging es zwar immer noch chaotisch, aber dennoch erfolgreich zu den Familien an die Haustüren. Freude, Lachen, viel aufgerissenes Geschenkpapier und wegfliegende Schleifchen, unzählige Treppen rauf und wieder runter: „Ne, das war Familie B nicht D!“. Hunderte „Dankeschöns“ und einige (mit Lächeln abgelehnte) Kaffee-Einladungen später waren wir dann durch – und durch und durch glücklich. Die Jacken haben gepasst, das Spielzeug hat Freude bereitet und auch uns wurde „Frohe Weihnachten“ gewünscht – von Menschen, die eigentlich gar kein Weihnachten feiern …


Text: Natalie Lewandowski
Fotos: Carola Wüst